Individualsoftware oder von der Stange: die drei Fragen, die entscheiden
Wann sich eigene Software rechnet und wann du besser ein fertiges Programm kaufst. Drei Fragen, eine Rechnung und die Fallen bei beiden Wegen.
ki modifiedWir bauen eigene Software. Trotzdem raten wir regelmäßig davon ab. Wenn es für dein Problem ein fertiges Programm gibt, das passt, ist das fast immer die bessere Entscheidung. Die Frage ist nur, wann es passt.
Die drei Fragen
Erstens: Ist das, was du tust, üblich oder eigen? Buchhaltung, Lohnverrechnung, Newsletter. Zehntausende Betriebe machen das gleich, dafür gibt es reife Programme für wenig Geld. Aber die Art, wie du deine Aufträge einplanst oder deine Preise rechnest, ist womöglich der Grund, warum du besser bist als die Konkurrenz. Genau das bekommst du nicht von der Stange.
Zweitens: Wie viel Zeit frisst der Umweg? Fast jeder Betrieb hat eine Tabelle, die eigentlich niemand mehr versteht, und einen Ablauf, der drei Programme und zweimal Abtippen braucht. Rechne die Stunden im Monat aus. Zwei Stunden pro Woche sind bei einem 60-Euro-Stundensatz rund 6.000 Euro im Jahr. Das ist deine Vergleichsgröße.
Drittens: Musst du dich anpassen oder passt es sich an? Wenn ein fertiges Programm nur zu 80 Prozent passt, sind die restlichen 20 Prozent nicht egal. Entweder du änderst deine Abläufe, was Geld und Nerven kostet, oder du baust Umwege drumherum, die dich dauerhaft Zeit kosten.
ki modifiedWann Standardsoftware klar gewinnt
Es gibt vier Situationen, in denen wir dir ohne Zögern zum fertigen Programm raten.
- Der Bereich ist gesetzlich geregelt und ändert sich laufend, etwa Buchhaltung oder Lohn. Da willst du nicht selbst hinterherlaufen.
- Du brauchst es sofort. Kaufen und morgen anfangen schlägt zwei Monate bauen.
- Viele andere machen es genauso. Dann steckt in einem fertigen Programm mehr Erfahrung, als ihr in einem Projekt einbauen könnt.
- Das Budget ist klein. Eine gute Entscheidung für ein fertiges Programm ist besser als eine schlechte eigene Lösung.
Wann sich eigene Software rechnet
Umgekehrt gibt es vier Anzeichen, bei denen ein Eigenbau die günstigere Rechnung ergibt.
- Der Ablauf ist dein Vorteil im Wettbewerb. Dann willst du ihn nicht an ein Programm anpassen, das alle haben.
- Du zahlst pro Nutzer und wächst. Ab einer gewissen Größe kippt die Rechnung, weil die Monatsgebühr mitwächst und ein Eigenbau nicht.
- Deine Systeme reden nicht miteinander und jemand tippt Daten von einem ins andere.
- Du machst gerade etwas, wofür es noch kein Programm gibt.
ki modifiedDie Rechnung, die niemand macht
Standardsoftware wirkt billiger, weil der Preis vorne steht. Rechne die vollen fünf Jahre.
- Monatsgebühr mal Nutzer mal 60 Monate, und rechne mit Preiserhöhungen
- Einrichtung, Datenübernahme, Schulung
- Zusatzmodule, die du erst später brauchst
- Die Stunden für die Umwege, die das Programm dir aufzwingt
Wo sich die beiden Linien schneiden
Bei einem eigenen Programm steht der große Betrag vorne und danach wird es günstiger. Bei einem gekauften ist es umgekehrt. Wo sich die beiden Linien schneiden, ist die eigentliche Entscheidung, und der Punkt liegt oft früher, als man denkt.
Der dritte Weg, den die meisten übersehen
Es ist selten alles oder nichts. Oft ist die richtige Antwort: Standardsoftware für das Übliche, und ein kleines eigenes Stück für den Teil, der wirklich deiner ist. Verbunden über eine Schnittstelle, damit nichts doppelt eingetippt wird.
Das ist meistens die günstigste Lösung. Du zahlst nicht für den Nachbau von Dingen, die es fertig gibt, und du verbiegst dich trotzdem nicht.
Die Fallen auf beiden Seiten
Bei gekaufter Software: Prüfe vor der Unterschrift, wie du deine Daten wieder herausbekommst. Wenn das nicht klar geregelt ist, kommst du nicht mehr weg.
Bei eigener Software: Kläre vorher schriftlich, wem der Code gehört und wer ihn weiterentwickeln darf. Eigene Software, die nur ein einziger Mensch versteht, ist ein Risiko und kein Vorteil. Bei uns gehört der Code dir und du bekommst ihn ausgehändigt.
Wie du es herausfindest, ohne Geld auszugeben
Schreib eine Woche lang mit, wo Zeit verloren geht. Nicht schätzen, mitschreiben. Danach weißt du meist schon, ob sich etwas rechnet. Wenn du magst, gehen wir die Liste in einem Erstgespräch gemeinsam durch, und wenn ein fertiges Programm die bessere Antwort ist, sagen wir dir das.
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