Google-Unternehmensprofil: der billigste Weg zu lokalen Anfragen
Das Unternehmensprofil ist kostenlos und bringt bei lokalen Suchen mehr als jede Anzeige. So richtest du es ein und so pflegst du es richtig.
ki modifiedWenn jemand „Installateur Wels“ sucht, sieht er zuerst eine Karte mit drei Betrieben. Erst darunter beginnt die normale Trefferliste. Wer in dieser Karte steht, bekommt die Anrufe. Wer nicht drinsteht, ist für einen großen Teil der Suchenden nicht vorhanden. Der Eintrag dafür heißt Google-Unternehmensprofil, er kostet nichts, und die meisten Betriebe lassen ihn halb ausgefüllt liegen.
Was das Profil überhaupt ist
Es ist der Kasten, der rechts erscheint, wenn jemand nach deinem Firmennamen sucht, und der Eintrag, der in Google Maps auftaucht. Dort stehen Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Fotos und die Bewertungen. Für lokale Suchen ist das oft wichtiger als die Website selbst.
ki modifiedEinrichten, Schritt für Schritt
Der Weg ist kurz, und an zwei Stellen entscheidet sich, ob es später funktioniert.
- Auf google.com/business mit einem Firmenkonto anmelden, nicht mit dem privaten.
- Prüfen, ob es dich schon gibt. Viele Betriebe wurden von Google oder von Kunden automatisch angelegt. Dann übernimmst du den bestehenden Eintrag, statt einen zweiten zu erzeugen.
- Namen exakt so eintragen, wie er auf dem Firmenschild steht. Keine Suchwörter anhängen. „Müller Installationen Wels Notdienst günstig“ fliegt raus.
- Kategorie wählen. Die wichtigste Einstellung überhaupt, dazu unten mehr.
- Adresse und Einzugsgebiet eintragen.
- Bestätigen lassen. Meist per Postkarte an die Adresse, das dauert ein bis zwei Wochen. Manchmal geht es per Video oder Telefon.
Die Kategorie entscheidet mehr als alles andere
Die Hauptkategorie bestimmt, bei welchen Suchen du überhaupt in Frage kommst. Steht dort „Unternehmensberater“, tauchst du bei „Webdesigner“ nicht auf, egal wie gut der Rest ist.
Nimm als Hauptkategorie das, was du am häufigsten verkaufst, nicht das, was am schönsten klingt. Nebenkategorien kannst du mehrere anlegen, sie wirken schwächer, kosten aber nichts.
ki modifiedDie Felder, die fast alle leer lassen
Hier liegt der Großteil des ungenutzten Potenzials, und es kostet nur Zeit, keinen Cent.
- Leistungen. Eine Liste mit Beschreibungen. Google nutzt sie, um dich Suchanfragen zuzuordnen. Kostet zwanzig Minuten, wirkt sofort.
- Einzugsgebiet. Wenn du zum Kunden fährst, trag die Orte ein, in die du fährst. Ein Betrieb in Grieskirchen, der Wels und Linz bedient, muss beide Orte hinterlegen.
- Öffnungszeiten inklusive Feiertage. Google fragt vor Feiertagen aktiv nach. Wer nie antwortet, bekommt irgendwann den Hinweis „Öffnungszeiten könnten abweichen“ angezeigt, und das kostet Anrufe.
- Fragen und Antworten. Dort darf jeder etwas fragen und jeder antworten. Auch dein Mitbewerber. Stell die zehn häufigsten Fragen selbst und beantworte sie selbst, dann steht dort etwas Richtiges.
- Beiträge. Kurze Meldungen wie in einem sozialen Netzwerk. Wirken schwach auf die Platzierung, aber sie zeigen, dass der Betrieb lebt.
Fotos, und warum genau die zählen
Profile mit Fotos werden deutlich häufiger angeklickt. Wichtig sind drei Sorten: das Gebäude von außen, damit Leute es finden. Innen, damit sie wissen, was sie erwartet. Und Menschen bei der Arbeit, weil das Vertrauen schafft.
Nimm echte Fotos. Keine gekauften Stockbilder, keine erzeugten Bilder. Google verlangt, dass die Fotos den Betrieb tatsächlich zeigen, und ein erfundenes Gebäude kann dir das Profil kosten. Ein Handyfoto bei Tageslicht reicht völlig.
Bewertungen, ohne zu betteln
Bewertungen sind der zweitstärkste Hebel nach der Kategorie. Zwei Dinge zählen: wie viele und wie frisch. Zwanzig Bewertungen aus diesem Jahr wiegen schwerer als sechzig aus 2019.
Was funktioniert: direkt nach dem erfolgreichen Abschluss fragen, wenn die Freude noch da ist, und den Link mitschicken. Was nicht funktioniert: Bewertungen kaufen. Google erkennt Muster, und das Profil ist danach schlechter dran als vorher.
Antworte auf jede Bewertung, auch auf die schlechten. Vor allem auf die schlechten. Nicht für den, der sie geschrieben hat, sondern für die nächsten fünfzig, die sie lesen.
Profil und Website verbinden
Zwei Verbindungen sollten stimmen. Im Profil steht die Adresse deiner Website. Und in der Website ist der Link zum Profil hinterlegt, technisch im Datenblock der Seite. Damit ist für Google eindeutig, dass beides dasselbe Unternehmen ist.
Wichtig ist außerdem, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall exakt gleich geschrieben sind: im Profil, auf der Website, im Impressum und in Branchenverzeichnissen. „Straße“ an einer Stelle und „Str.“ an der anderen schwächt das Signal.
Wenn du keine Kundenadresse zeigen willst
Viele Betriebe arbeiten beim Kunden und wollen ihre Privatadresse nicht im Internet stehen haben. Dafür gibt es das Dienstleistungsgebiet: Du hinterlegst die Adresse zur Bestätigung, blendest sie aber aus und trägst stattdessen die Orte ein, in die du fährst.
Der Eintrag erscheint dann nicht mehr als Punkt auf der Karte, taucht aber in den lokalen Ergebnissen der hinterlegten Orte auf. Für Handwerk, Montage und mobile Dienstleistungen ist das die richtige Einstellung.
Die drei häufigsten Fehler
Wir sehen bei fast jeder Übernahme dieselben drei Dinge, und alle drei kosten Sichtbarkeit, ohne dass es jemandem auffällt.
- Zwei Einträge für denselben Betrieb, einer davon alt und ungepflegt. Google verteilt die Signale dann auf beide. Doppelte Einträge lassen sich zusammenführen.
- Suchwörter im Firmennamen. Das wirkt kurzfristig, wird aber gemeldet und korrigiert, und im schlimmsten Fall wird das Profil gesperrt.
- Eine Kategorie, die zum Selbstbild passt, aber nicht zur Suche. Wer „Ingenieurbüro“ einträgt, taucht bei „Webdesigner“ nicht auf.
Was du dauerhaft tun solltest
Es reicht, wenn du einmal im Monat zehn Minuten hineinschaust: neue Bewertungen beantworten, Fragen prüfen, bei Feiertagen die Zeiten setzen, ab und zu ein Foto hochladen. Mehr braucht es nicht.
Wir richten das Profil bei jeder Website ein, die wir bauen, und verknüpfen es sauber mit der Seite. Wenn deines schon existiert und nur halb ausgefüllt ist, schauen wir es uns an.
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